Der Kurfürſt, etwas empfindlich über Walderdorf's Lächeln, ging raſch über die Einleitung hinaus und ſagte mit ſtolzer Haltung: Ich habe Ihnen die erſte Wahlbot⸗ ſchaft zur kaiſerlichen Krönung zugedacht, Herr von Wal⸗ derdorf. Sie gehen nach Wien, Prag und München. Sie— wendete er ſich zum Freiherrn von Harf in Drei⸗ born— gehen in gleicher Eigenſchaft nach Dresden und Berlin, und Sie, Herr von Warsberg, nach Hannover, Bonn und Koblenz. Ich brauche diesmal Leute, die re⸗ präſentiren können. Sie wiſſen, wie ſehr meine Politik den europäiſchen Kabineten imponirt. Die Potentaten kommen nach Mainz zur Berathung. Es iſt eine wenig erfreuliche Ehre, ſo alt zu ſein, um den Neſtor unter den Fürſten zu machen. Sie, meine Herren, müſſen mir im⸗ poniren helfen, und dem Congreß voraus durch das Ge⸗ wicht Ihres Auftretens an den Höfen unſer Mainz in Achtung ſetzen. Es verſteht ſich daher, daß Sie brillant auftreten. Ihr Geſandtſchaftsperſonal, Sekretair, Schrei⸗ ber u. dgl. wählen Sie ſich aus. Das iſt einmal eine Gelegenheit, wo man für einen jungen bürgerlichen Men⸗ ſchen etwas thun kann, ſeine Anhänglichkeit und Talente zu belohnen. Bereiten Sie Alles zu Ihrer baldigen Ab⸗ reiſe vor. Ich werde Veranſtaltung treffen, daß es Ihnen an nichts fehle, was Ihre Sendung angenehm und glän⸗ zend machen kann. Ihre Vollmachten ſind in der Aus⸗ fertigung, auch iſt die Verſpätung der Botſchaften durch meine Krankheit bei den Höfen auf vertraulichem Weg ent⸗ ſchuldigt. Aber nun gilt's Eile.
Man konnte dieſem Dreiblatt des Kapitels die ſtolze Zufriedenheit mit ihrer Wahl an den Mienen anſehen,


