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durchzuſetzen ſei. Kurfürſtliche Gnaden werden mein Wort, unterſtützen, wenn der Baron— Gewiß! rief der Kurfürſt. Das geht ja durchaus nicht! Wir können mit„Gefühl der Herzen, Glück der 5 Familie, Wohlfahrt der Nachkommenſchaft“ und wie es alles heißt, nicht über die Satzung unſerer Kirche hinaus. Wo ſollte das hinführen? Was denkt nur der Baron! Es thut mir leid: der Eickemeyer iſt erſtaunlich brauchbar. Die Herſtellungen an der Feſtung, die ich jetzt befohlen habe, geſchehen ganz nach ſeinem Plan,— das Weſent⸗ . liche, nichts Unnöthiges, mit Erſparniß zum Wohl des Landes! Er iſt Sachverſtändiger und muß 8⁵ wiſſen, worauf es ankömmt,— der Eickemeyer! Ich möchte ihn gar gern häuslich beglückt ſehen. Je nun,— er iſt ja Soldat, war mit gegen Lüttich:— der Soldat greift zu; — er wird's ſchon zu machen wiſſen, daß er glücklich wird! 3 Als die Gräfin nach Abgang des Weihbiſchofs wieder hervortrat, ſagte ſie: Ich höre alſo, das Finanzproject iſt fertig? Ja, dort liegt's! antwortete der Kurfürſt. Dem Seckendorff hat's heiß genug gemacht! Sehen Sie, wir verkaufen Nußbaum und Benichheim mit Zubehör. Dem
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Erlös von circa anderthalb Hunderttauſend Gulden fügen wir ein kleines Anlehn bei, nöthigenfalls aus Gemeinde⸗ 5 geldern, und ſchreiben eine Ertraſteuer aus. So, denke
ich, geht's wieder eine Strecke über die theure Zeit, die uns bevorſteht.
Nun,— und das Kapitel— 2 fragte die Gräfin geſpannt.
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