Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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Kapitels gebunden bin? Das ſetze ich diesmal nicht durch, daß ſie ſich ſelbſt und den Adel beſteuern. Jeder ſorgt natürlich für ſeine Standesgenoſſen, und es iſt ſehr löb⸗ lich von Ihnen, daß Sie die armen Bauern nicht ver⸗ geſſen!

Er ſprach dies mit einem ſchalkhaften Bezug auf die Herkunft ſeines Weihbiſchofs. Der alte Herr war nicht ohne eine ſatiriſche Ader, die aber ſonderbarer Weiſe faſt nur gegen Diejenigen zu pulſiren pflegte, die er wohl lei⸗ den mochte. Vielleicht war es eine kleine Bosheit, ſeine Gunſtbezeigungen etwas zu verbittern oder auch ein kleiner Zorn über die Schwäche ſeiner Zuneigungen ſelbſt. Am wenigſten blieb die Gräfin, ſeine Freundin, verſchont. So hatte er den ihm durch ſeinen energiſchen Charakter ſehr brauchbaren Heimes ſtets befördert, und mit reichlichen Pfründen bedacht. Er wußte, wie ſehr ſein Weihbiſchof das Geld liebte und für ſeine armen Verwandten ſorgte, und bemerkte daher noch mit Lächeln:

Jedenfalls müßten neben den Prälaturen zugleich die Kollegiatſtifte zuſchießen, auch die zu St.⸗Victor, zu Un⸗ ſerer lieben Frauen, zu St.⸗Johann in Mainz, ſowie zu St.⸗Paul in Worms.

Das waren eben diejenigen, aus denen Heimes ſeine hübſchen Pfründen bezog. Der Weihbiſchof ſchwieg, und brachte einige andere dringende Geſchäftsfragen vor. Schon gnädig entlaſſen, kehrte er noch einmal zurück, und kam auf die ECickemeyer'ſche Scheidungsangelegenheit. Der Baron von Wallbrun intereſſirt ſich ſehr dafür, ſagte er; ich habe ihm aber erklärt, daß eine Wiederverheira⸗ thung der Frau Zucci nicht möglich und in Rom nicht