Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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und indem wir das Irdiſche nicht entbehren können, be⸗ ſitzen wir zum Glück Ewiges, was wir dafür verleihen mögen. Daher dachte ich, daß wir vor dem Steueraus⸗

ſchreiben für die Zeit der bevorſtehenden Kaiſerwahl einen

vollkommenen Ablaß verkündigen mit einer achttägigen Andacht zur Erhaltung des Friedens und Bewahrung des deutſchen Reiches. Für die Predigten auf jene Sonntage ſchreiben wir einen Text vor, in welchem zur Eintracht gegen die Feinde der Religion und des Reiches ermahnt wird. Von Opfern für das allgemeine Wohl kann auch etwas mit unterlaufen. Sehen Sie, ſo tritt das Steuer⸗ ausſchreiben in Bezug zu ſeiner höheren Beſtimmung! Ueberhaupt laſſen Sie uns darauf denken, die heranna⸗ hende Zeit der öffentlichen Bittgänge ſo ſchwungvoll wie möglich zu machen. Ich mißtraue unſerer Politik nicht; allein die Verhängniſſe ſtehen in der Hand Gottes, und auf das Volk wirken wir durch unſere heilige Kirche. Sie werden hiernach zu allem Dieſem die weiteren Einlei⸗ tungen treffen und als General⸗Vicar in pontificalibus und Provicar in spiritualibus verfügen.

Heimes hatte dieſen fürſtlichen Aeußerungen mit ruhi⸗ gen Verneigungen zugehört, und brachte nun in der erſten Anwandlung ſeines bürgerlichen Herzens die Frage vor, ob der berechnete Steueraufſchlag bei dieſer außerordent⸗ lichen Gelegenheit nicht durch einen freiwilligen Zuſchuß

der Prälaten und des Adels erſetzt werden könne, um

den ohnehin ſo gedrückten Bauernſtand zu ſchonen.

Der Kurfürſt ſchüttelte lebhaft den Kopf. Wo den⸗ ken Sie hin! rief er. Vergeſſen Sie denn, daß ich mit all' meinen Finanz⸗Operationen an die Zuſtimmung des

Koenig, Clubiſten in Mainz. I. 25