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Ich habe ſondiren laſſen, lächelte er, und kenne nun Diejenigen, die dermal den meiſten Anhang zum Wider⸗ ſprechen haben. Sie kommen hernach hier vor, und ich denke ſie geſchmeidig zu machen,— ich habe eine Salbe dazu, liebe Sophie!—
Die Gräfin erinnerte auf heitere, neckiſche Weiſe an die Zuſagen für ihre Nichten.— Hm, hm. lachte der Fürſt mit ſeiner ſatiriſchen Miene, die Frau Gräfin haben gelauſcht und wollen—
Nun ja, ich wünſchte von Ihrem vollkommenen Ablaß zu Moſttiran, fiel ſie keck und lachend ein.
a, ja! Ich kenne ſchon Ihren Glauben: etwas von dem, was die Bauern ablaſſen ſollen, iſt der Frau Nichte liber, wenn's auch unvollkommen iſt. Es gibt
nichts Vellkommenes in der Welt! Wie ſtehen Sie denn mit Franz Karl? Hat er ſich denn erklärt?
Nicht mit Worten, antwortete ſie, aber das zärtlichſte Verhältniß des glücklichen Paares erklärt ſich von ſelbſt. Ich rechne vielmehr dem Baron ſein zartes Schweigen hoch an, und bin überzeugt, daß er nur erſt von der Gnade ſeines Fürſten eine Stellung abwarten will, die einer Comteſſe Coudenhove angemeſſen iſt. Joſephine ge⸗ hört durch ihre glänzenden Eigenſchaften an einen geiſt⸗ reichen Hof, und der Baron fühlt zu lebhaft, daß er bis jetzt der Großnichte des Kurfürſten von Mainz nur das Glück eines Landjunkers bieten kann.
Freilich! da haben Sie Recht! ſagte nach kurzem Ueberlegen der Kurfürſt. Ich habe mir auch ſchon was ausgedacht. Laſſen Sie ihn hernach rufen! Und für Joſephinen beſtimmen Sie ſelbſt die Ausſteuer, und ſagen
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