Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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fremd ſei. Dieſer Mann ſetzte ſich gern in Anſehen bei den Gelehrten und Literaten, mit deren wichtigem Einfluß in Deutſchland er den Kurfürſten ängſtigte, um ſich ſelbſt gegen die Abneigung der Gräfin Coudenhove bei ſei⸗ nem Einfluſſe zu erhalten. Hierzu benutzte er denn auch die unzufriedene Stimmung, die jenes Verbot erweckt hatte. Die mainzer Unzufriedenen waren indeß keineswegs klar und entſchieden in ihren Abſichten. In mainzer und in deutſchen Verhältniſſen fand man vieles mit Recht Ver⸗ werfliche, und die franzöſiſche Revolution hatte große, welt⸗ beglückende Gedanken verkündigt: aber wie man jenes Drückende entfernen und dieſe neuen Ideen geltend machen könne, blieb doch eine gar verwickelte und bedenkliche Auf⸗ gabe. Denn wenn auch ein oder der andere verwegene Kopf an einen Umſturz der Dinge mit Hülfe der Fran⸗ zoſen dachte: ſo war es doch nicht das Volk. Wie viel ſind wir denn, wir Gewaltmenſchen, lieber Hofmann? ſagte heut, bei abermaliger Verhandlung im Clubiſten⸗ Zimmer, der lächelnde Profeſſor Blau. Muß ich mich doch ſelbſt anlächeln, wenn ich mich einen Gewaltmenſchen nenne! Denn wenn mein ſchwarzes Prieſtergewand auch einige dünne Stellen hat, und hier und dort brüchig werden will: ſo denke ich es doch nicht mit einem rothen, blutrothen zu erſetzen, und mich zu einem Prieſter oder Cardinal der Guillotine weihen zu laſſen. Sehen Sie, wir haben noch über all' den vielen, den wenig guten und den oft erbärmlichen Fürſten in Deutſchland einen gar ge⸗ waltigen Volksbeherrſcher. Ich meine nicht etwa den Kai⸗ ſer, ſondern den politiſchen Gehorſam. Man iſt unterwürfig, nicht gerade aus Furcht vor der oft ſchwachen 24*