Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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372 Gewalt, auch nicht aus Liebe zu der oft verabſcheuten Macht, ſondern aus alter Gewoynheit. Man begreift gar nicht, wie man dem Fürſtengeſchlecht ungehorſam ſein könne, von dem ſchon die Väter und Großväter ihre Schläge und Tritte gekriegt haben.

So? lachte Hofmann. Und worauf ſollen wir alſo warten?

Ich weiß es nicht, antwortete Blau. Ich denke, wenn das Hühnchen wächſt, zerbricht es von innen ſeine Schaale. Oder die franzöſiſche Revolution wälzt ſich über uns herein, und zertrümmert das morſche Alte. Vielleicht auch laufen unſere Fürſten, wenn ſie Jakobiner riechen, davon; nur um Spaßeswegen zu ſehen, wie wir ohne ſie zurecht kom⸗ men wollen. Kurz, wir ſind in der Lage des Wartens, und dürfen nur unſere Lampen nicht ausgehen laſſen, wie ſchlafende Jünglinge, die von der Braut unſerer Zukunft, von der Freiheit, überraſcht werden.

So kamen in den Verhandlungen der Vertrauten be⸗ deutende und verwerfliche Gedanken zum Vorſchein. Es war eben jene eigenthümliche Zeit zu Ausgang des Jahr⸗ hunderts, in der ausgezeichnete Köpfe und Lumpe, edle und gemeine Seelen einander begegneten und ſich mißver⸗ ſtanden, indem ſie ſich für einverſtanden hielten. Die Reichsverfaſſung war vermorſcht, das Nationalbewußtſein getrübt, und das geſellſchaftliche Leben in ſeinen, wenn auch heiteren und humanen Formen doch vom Egoismus der Herrſchenden, von der Sittenloſigkeit der Vornehmen und der Geſinnungsloſigkeit der Gebildeten wie von einem Beiſchmack der Fäulniß durchzogen. Die Einen empfan⸗ den den Zuſtand mit Entrüſtung, die Andern waren

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