Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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trauten nach und nach neue Einverſtandene mitbrachten. Selbſt im allgemeinen Leſezimmer waren jetzt die Beſpre⸗ chungen über Zeitfragen lebhafter und kühner; die viel⸗ fache Unruhe dieſer Frühlingszeit ging hier in eine poli⸗ tiſche Tonart über. Das kurfürſtliche Verbot gewiſſer Journale und die Beſchränkung der Zeitblätter hatte auch diejenigen gelaſſenen Männer aufgeregt, die in ihrer Zu⸗ friedenheit mit der eigenen Lage und dem mainzer Leben doch von entfernten Unruhen gern etwas vernehmen moch⸗ ten, um mit der Zeit fortzugehen, wie ſie meinten. Was dieſe Bürger und Beamten früher blos zu flüchtiger Be⸗ friedigung ihrer Neubegierde aufgeſucht hatten, war nun durch jenes Verbot in den Kreis ihrer Befürchtniſſe und ihres Nachdenkens gezogen worden. Was will der Kurfürſt damit? fragte man ſich, denn er ſelbſt denkt an⸗ ders. Hat er je den Roman ſeines Bibliothekars Heinſe, den Ardinghello, verboten? Im Gegentheil, er hat ſich das Buch vorleſen laſſen, und hat dem Verfaſſer, dieſem ledernen Egoiſten, wegen ſeiner angenehmen Schreibart, ein Geſchenk von 220 Gulden gemacht. Und welche ſtarke Sachen ſagt der Dichter nicht in dieſem Buche gegen Adel und Fürſten und zu Gunſten der Volksherrſchaft! Leſet nur von Seite 265 bis 277 und fragt euch ſelber, ob man's ärger machen kann!

In der That blieb auch jenes Zeitungs⸗Verbot verein⸗ zelt ſtehen, ohne nachwirkende Maßregeln, die es gegen die Aufregung' in gewiſſen Kreiſen unterſtützt hätten. Der Hofkanzler Albini verſicherte bei jeder Gelegenheit den Pro⸗

feſſoren, daß er jenem Befehl des Kurfürſten gänzlich

in einer verſchwiegenen Hinterſtube, wohin die alten Ver⸗