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Tochter, nicht ſchön, aber lebhaft und einnehmend, deren Neigung der Artillerie-Lieutenant Eickemeyer gewann. Das liebende Paar war verlobt, als der Kurfürſt aus be⸗ ſonderer Gnade den jungen Mann zu ſeiner Ausbildung nach Paris ſchickte, wo er anderthalb Jahre der Mathe⸗ matik und den Naturwiſſenſchaften oblag, und dann die Niederlande, Holland und einen Theil von England be⸗ reiſte. Während dieſer Abweſenheit näherte ſich der reiche und leichtſinnige Kaufmann Zucci der Mamſel Appiano, und wußte ſich in die Gunſt der Aeltern und Angehörigen zu ſetzen. Mit dieſen im Einverſtändniſſe, wurde ein eben nicht neuer, aber recht italieniſcher Kunſtgriff ange⸗ wendet, dem entfernten Offizier das Herz ſeiner Verlobten zu entziehen. Man unterſchlug den Briefwechſel der Lie⸗ benden, und wußte ihnen falſche Nachrichten von wechſel⸗ ſeitiger Untreue beizubringen. Mamſel Appiano faßte mit ihrem eiferſüchtigen Herzen keinen Zweifel, und überließ ſich nur zu lebhaft der Empfindung des Trotzes, der ſol⸗ chen Gemüthern ſehr nahe liegt. Die Bewerbung Zucci's fand Eingang bei ihr, und ſie war bereits ſeine Frau, als Eickemeyer von ſeinen Reiſen in Mainz eintraf. Beide vermeintlich Ungetreuen mieden einander, wie ſich denken läßt. Jahre gingen vorüber, ohne daß ſie ſich zu ſehen ſuchten. Frau Zucci bekam Kinder, und ihr Mann brachte ſein Vermögen durch. Erſt in vorigem Herbſte, nach Eickemeyer's Rückkehr aus dem lütticher Feldzuge, be⸗ gegneten ſich Beide zufällig in der Rheinallee. Frau Zucci hatte ihr älteſtes Kind bei ſich. Der Abend dämmerte trüb und melancholiſch, und vielleicht regten ſich eben in beiden Herzen die Erinnerungen lebendiger an jene Zeit,


