Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

53 rechten Handſchuh auszogen, um die dargebotene Hand des Fürſten zu küſſen. Er fragte Cäcilien nach ihrem Bruder, und ſie winkte ihn herbei.

Sie ſind mir gut empfohlen, Baron! redete ihn der Kurfürſt mit gnädigem Ernſt an. Wir brauchen jetzt junge Kräfte mit alter Geſinnung. Sie haben in Göttin⸗ gen was gelernt, höre ich. Dort iſt ein recht wiſſen⸗ ſchaftliches Leben, nicht wahr? Haben doch nicht auf den Sonnabendbänken des weiland Hainbundes mitgeſeſſen? Heinſe ſagt mir, daß man jetzt dort mit den ſtumpfen Federn Oden ſchreibt an das revolutionaire Frankreich. Abſcheulich, ganz niederträchtig! Machen Sie nur keine Verſe, Baron! Man kömmt in ſolchen Zeiten, wie jetzt, auf falſche Reime. Sie verſtehen mich. Wir wollen Ihre Feder beſſer beſchäftigen. Ich habe die Abſicht—

Er ward durch die Gräſin Coudenhove unterbrochen, die den Düc de la Force und den Herrn von Montleveau vorſtellte. Es war ihr unangenehm geweſen, daß dieſen angeſehenen Franzoſen voraus der Baron Franz Karl an⸗ genommen worden war.

Der Kurfürſt empfing beide Emigrirte ſehr huldreich und vertraulich. Er redete ſie franzöſiſch an, das allge⸗ meine Unglück beklagend, das auch ſie aus Frankreich vertrieben habe.— Aber Sie werden ſiegreich zurückkeh⸗ ren und bald! rief er mit geheimnißvollem Kopfnicken. Wir werden Sie zurückführen in Ihr ſchönes Land, und in Ihre alten Beſitzthümer einſetzen. Die Zwiſchenzeit Ihrer Verbannung kömmt uns Mainzern zu gut durch den Aufenthalt ſo liebenswürdiger Gäſte.

Monſeigneur! antwortete der Düc, Ihre Worte hau⸗