Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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einem Theil der Kammermuſik auf den Abend befohlen worden.

Man verſammelte ſich in einem der Säle des älteren Schloßflügels in Erwartung des Kurfürſten, der die alte Martinsburg bewohnte, die, dicht am Rhein gelegen, durch einen bedeckten Gang mit dem Schloſſe zuſammenhing. Die Verſammelten ſtanden gruppenweiſe, zum Theil in den Niſchen der Fenſter, aus denen man über den Strom nach den Höhen des Gebirgs blickte, die eben im Abglanze des Abendhimmels verdämmerten. Dieſe letzten Tages⸗ ſchimmer fielen matt in den Kerzenglanz des reich ausge⸗ ſchmückten Saales. Forſter und Graf Stadion lehnten in

leiſem Geſpräche an einem weißmarmornen Spicgeltiſche.

Fritz Stadion, ſeit dem Frühling mit Eintritt in ſein dreißigſtes Jahr Kapitular, war ein hübſcher, ſchwärzlicher Mann von vornehm behaglichem Weſen. Er ging gern, wie jetzt, im weltlichen Kleide, das die angenehme Geſtalt vortheilhafter als der Talar zeigte. Stadion hatte in Göttingen ſtudirt, und ſtand im Rufe eines geiſtreichen, ausgezeichneten Mannes, dem man eine bedeutende Zu⸗ kunft weisſagte. Er galt für ſehr ſtaatsklug, bei aller Offenheit mit der er ſich gehen ließ, und verband mit einem feinen Urtheil den wunderlichſten Geſchmack für geſuchten Witz, ſeltſame Vergleiche und übertriebene Bil⸗ der. So bitter man in den Kreiſen des ſtiftsfähigen Adels ſeinen freien Umgang mit Gelehrten und Künſtlern tadelte, mußte man den in Wien ſo einflußreichen Mann doch gelten laſſen. Er und Forſter beſprachen ſich über die jüngſten Nach⸗ richten aus Paris.— Des Koͤnigs Flucht, bemerkte.