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Die Frau von Coudenhove benutzte dieſe gute Stim⸗ mung, ihm eine kleine Abendgeſellſchaft vorzuſchlagen. Der Kurfürſt liebte dieſe kleinen Abende, die von dem ſtrengen Ceremoniel befreit waren, und zu denen der auf⸗ geklärte Herr auch Künſtler und Gelehrte zog, gegen welche ſich der mainzer Adel ſonſt unbedingt abzuſchließen pflegte.
Frau von Coudenhove, die Baſe und bevorzugte Freundin des alten Herrn, verſah an dieſem geiſtlichen Hofe, an dem man nicht ohne die Geſellſchaft von Frauen leben mochte, dieſen gegenüber das Amt einer Haushof⸗ meiſterin. Als ſolche machte ſie auch Vorſchläge zu den Einladungen, und brachte mitunter die ſonderbarſte Zu⸗ ſammenſtellung von Gäſten zuwege; indem ſie mit den Neiguugen des hohen Freundes ihre eigenen verſteckten Abſichten zu vereinbaren ſuchte. Die Gräſin konnte nicht ohne Intrigue leben, fiel aber gewöhnlich, wenn ſie die feinſten Netze geknüpft zu haben meinte, in die darüber noch feiner gelegten ihrer Gegner.
Außer dem Baron Franz Karl ſollten heute auch noch zwei neue franzöſiſche Emigrirte vorgeſtellt werden, die ſich zur Unzahl der ſchon in Mainz anweſenden Flüchtlinge mit Empfehlungen des Grafen von Artois eingefunden hatten.
Aus Rückſicht für dieſe angeſehenen Fremdlinge,— den Düc de la Force und den Herrn von Montleveau, brachte die Gräſin nur zwei Bürgerliche auf die Ein⸗ ladungsliſte,— den Leibarzt, Geheimerath Hoffmann und den Bibliothekar, Hofrath Forſter. Zur Unterhaltung
der Gäſte war der Kapellmeiſter Vincenz Righini mit Koenig, Clubiſten in Mainz. I. 4


