Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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mit edeln und erhebenden Gegenſtänden beſchäftigt war. Zu dieſen gehörte nun auch die ſchöne Fides. Aber beun⸗ ruhigende, widerſprechende Empfindungen knüpften ſich an ſeine Gedanken. Von der Leichtfertigkeit des Hofkanzlers ſchien, nach der erſten widerwärtigen Berührung, doch etwas in ſein Blut übergegangen, und das reine Bild des ſchönen Kindes, von verwegenen Blicken und Kuß⸗ händchen getroffen, aus der hohen Region der Schwär⸗ merei in den Drang ungeſtümer Wünſche und leidenſchaft⸗ lichen Verlangens herabgeſunken zu ſein. Die frommen Warnungen Garzweiler's gegen zuviel Pflege des Körpers, bei jenem erſten Begegnen an die erröthende Jungfrau gerichtet, hatten die Phantaſie des Jünglings mit beun⸗ ruhigenden Bildern entflammt. Daß es mit argliſtiger Berechnung des frommen Paters geſchehen war, ahnete er nicht. Seine Sehnſucht nach der liebenswürdigen Erſchei⸗ nung wuchs zu dem Uebermuthe, die Spuren des reizen⸗ den Bürgermädchens zu verfolgen. Solchen Regungen fehlte es in der mainzer Atmoſphäre nicht an Gunſt. Früher ein fleißiger Knabe und ein kränkelnder Student auf der Ritter⸗Akademie, hoͤrte der Baron, ſeit er geſund und blühend von Göttingen zurückgekehrt war, tagtäglich von Liebes⸗Intriguen. Die Fäden dieſer oft heimlichen Geſpinnſte flatterten wie Sommerfäden um das Toupet der Höflinge, wie Mettengewebe um die Tonſur der Prälaten im goldnen Mainz. Franz Karl, im Begriff dieſe Kreiſe zu betreten, fühlte, daß er darin nicht als trockner Son⸗ derling erſcheinen dürfe. Oder, wenn er in mißmuthigen Augenblicken an die bevorſtehende Zeit des Dienſtes und der Geſchäfte dachte, kam ihm auch die ſtolze Empfindung,