Fünftes Kapitel.
Baron Franz Karl kehrte von der Pirutſchade ſehr auf⸗ geregt zurück. Er hatte erſt die Freude und die Fragen ſeiner Mutter zu überſtehen; aber auch die folgenden Tage, da er ſein ruhiges Studirzimmer wieder aufſuchte, fand er hier die vorige Innigkeit nicht wieder. Sein ganzes Befinden ſchien umgewandelt zu ſein. Aus jener brüten⸗ den Einſamkeit, wie mit einem Ruck, in einen prunkhaften Aufzug und unter die Augen des öffentlichen Staunens verſetzt, nahm er mit anderer Stimmung andere Eindrücke auf. So viel Schmeichelhaftes war ihm widerfahren; die erſten Männer am Hofe hatten ihm Verbindliches geſagt und eine glänzende Zukunft in Ausſicht geſtellt. Er war anfangs wie ſchwindelnd. Seine einſiedleriſche Stimmung, die Laune zu dichten und zu ſchwärmen, war wie von einem Sturmwind abgeſchüttelt. Und doch war es, was er ſelbſt nicht wußte, nur eine andere Art zu träumen; es war die Unruhe unbeſtimmter Erwartungen, und dieſe Erwartungen beſchäftigten mit unbeſtimmten Bildern ſein Herz. Franz Karl gehörte zu jenen Menſchen, die jedem Zuſtand, in den ſie gerathen oder verſetzt werden, ſchnell eine Seite abgewinnen, an der ſich ihr Inneres befrie⸗ digt oder doch beruhigt. Vom Ehrgeiz des Herrſchens wenig geſpornt, und zum Dienen zu ſtolz, fühlte er ſich am wohlſten, wenn bei äußerlichem Behagen ſeine Seele


