Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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wiſſen vielleicht nicht, mein Lieber, wie ſehr Sie Seiner hochfürſtlichen Gnaden empfohlen ſind, ſagte er. Vielleicht, daß er Sie dem Conferenzminiſter von Deel für die deut⸗ ſchen Reichsgeſchäfte beigibt. Wenn Sie dann ein wenig bekannter mit dieſen Sachen ſind, können Sie mit deſto mehr Nutzen einige Zeit nach Wetzlar gehen und die Reichspraris ſtudiren.

Hierbei brach der Kanzler in ein lautes Lachen aus, bat aber gleich um Verzeihung. Es kömmt mir immer höchſt luſtig vor, ſagte er, wenn ich an Wetzlar und an die Reichspraris denke,— an dieſe alte Haushofmeiſterin des heiligen römiſchen Reichs, die man auf die Bahre legen ſollte, ſtatt daß man ihr noch immer junge Herren zuſchickt, um bei ihr das Courmachen zu lernen.— Ja, ja, fuhr der Kanzler, nachdem er einigemal rechts und links aus dem Wagen gegrüßt hatte, in leiſem, vertrau⸗ lichem Tone fort, Sie ſind dem Fürſten in einer Weiſe empfohlen, daß Sie vor Ihren Gönnern nicht genug auf der Hut ſein können, wenn Sie nicht abhängig und ein Spiel der Intriguen werden wollen. Sie wiſſen noch nicht, wie fein wir ſolche Gewebe am mainzer Hofe ſpin⸗ nen. Manche Männer tragen ſie, wie brüſſeler Spitzen, zum Schmucke, weil ſie von Damenfingern geklöppelt ſind.

Aber auch bei den ernſthafteſten Gegenſtänden ver⸗ läugnete ſich der Sinn des lebensluſtigen Staatsmannes nicht. Sein Blick ſtreifte dabei alle Fenſter und Volks⸗ haufen, um keine weibliche Schönheit unbegrüßt zu laſſen. — Sehen Sie dortV! rief er plötzlich, und wies mit rück⸗

ſichtloſem Finger nach dem alten Balkon eines wenig an-⸗