zurückgekehrt und die öffentliche Ruhe hergeſtellt war, Alles in Bewegung, dem Sohne eine befriedigende Ge⸗ nugthuung zu verſchaffen.
Zum Glück für ihre Wünſche ſah ſich der Adel über⸗ haupt durch die Handwerkerunruhen in mancher Hinſicht für bloßgeſtellt an; weil nicht nur die angeſehenſten Mit⸗ glieder der bedrängten Behörden Adelige waren, ſondern auch weil jetzt einmal jeder Unfug der Bürgerlichen für revolutionair im pariſer Sinne galt. Man dachte daran, ſich aus der erlittenen Unbill durch eine Art von Triumph zu erheben und im vollen Glanze des bevorzugten Standes hervorzuthun.
Zu ſolchen Abſichten war in Mainz ein ſehr beliebtes Gepränge hergebracht. Man nannte es eine„Pirutſchade“, und der Prunk beſtand darin, daß man in zahlreichen offenen Wagen oder Pirutſchen langſam durch die Stadt und über die öffentlichen Spazierplätze fuhr. Eine ſolche Fahrt ward auf den nächſten Sonntag verabredet. Man hoffte ſo jene fatale Ueberhebung des Pöbels unter die ſtolzen Räder zu beugen. Für dieſe Gelegenheit ward denn auch dem Baron Franz Karl, der noch ohne poli⸗ tiſche Stellung war, eine beſondere Auszeichnung zu⸗ gedacht.
Der Kurfürſt hatte ſich durch ſeine Freundin Couden⸗ hove von des Barons Ungemach unterhalten laſſen; auch der außerordentliche preußiſche Geſandte, der Landjäger⸗ meiſter von Stein, der bei dieſer einflußreichen Frau wohnte, war von ihr zu Gunſten des jungen Mannes eingenommen worden. Er und der Kurfürſt, ſeit Kurzem bei den Empfehlungen dieſer unruhigen Frau etwas miß⸗


