Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

44

ſehnlichen Hauſes. Da iſt was ganz Junges für Sie! Der tauſend, das iſt—

Er warf einige Kußhände hinauf. Es war die ſchöne Fides, die zwiſchen zwei ältlichen und lächerlich aufgeputzten Frauenzimmern herabſah.

Franz Karl bemerkte die Bewegung eines erröthenden Schrecks, als die ſchöne Unbekannte ſeiner anſichtig wurde. Die Leichtfertigkeit des Hofkanzlers ſetzte ihn in Verlegen⸗ heit. Selbſt als ſie vorüber waren, wendete ſich der joviale Mann noch einmal im Wagen um, und nickte nach dem Balkon zurück. Lachend rief er dann: Ha, ha! der blöde Engel iſt vom Balkon abgetreten. Ich habe die liebe Unſchuld verjagt. So was iſt allerliebſt, Baron. Dies erſte jungfräuliche Protzen—

Wer iſt ſie denn? fragte Franz Karl mit mehr Haſt als Höflichkeit.

Ich hab's gewußt! antwortete Albini, ſich beſinnend. Man hat von dem reizenden Geſchöpfe geſprochen. Es iſt die Tochter eines Angeſtellten beim— Nun, es wird mir einfallen. f

Ei nun, wer wohnt denn im Hauſe! verſetzte der Baron etwas ungeduldig.

O in das Haus gehört das ſchöne Kind nicht! lachte Albini. Es ſieht hier nur den Spektakel mit an. Da wohnen zwei alte Jungfern, Töchter des verſtorbenen Apothekers Thiri,— Betſchweſtern, bei denen die from⸗ men Kapuziner den Kaffee trinken und ihre gewürfelten Schnupftücher gewaſchen bekommen. Bemerkten Sie nicht, daß beide Damen einen ziemlichen Anflug von Barthaar haben? Das iſt eine myſtiſche Wirkung der Andacht zu