Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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39 rung beſtürmt, und auf Abſtellung alter Mißbräuche ge⸗ drungen.

Dieſe Behörde that nun, was man in ſolcher Lage zu thun pflegt: ſie gab nach, bewilligte und verſprach Alles in Erwartung des Augenblicks, da man es wieder zuruck⸗ nehmen könnte. Seltſamerweiſe wurde man in dieſer Be⸗ drängniß faſt noch mehr der Univerſität gram, als dem Handwerke. Denn gerade bei der Landesregierung war man dieſer Lieblingsanſtalt des Kurfürſten am wenigſten hold. Auf der Adelsbank mißachtete man nämlich die Wiſſenſchaft, und auf der Gelehrtenbank neidete man den Profeſſoren die hohen Gehalte. 11.

Hinter den feierlich gegebenen Zuſagen wurden heim- lich Truppen aus Darmſtadt verſchrieben, die auch in der dritten Nacht eintrafen. Unvermuthet wurden jetzt die Geſellen aus dem tiefen Schlaf ihres Wein⸗ und Sieges⸗ rauſches aufgegriffen und in die Gefängniſſe gebracht. Die den Meiſtern gemachten Zuſagen und Verſprechungen wurden ſchnell wieder zurückgenommen; worauf der Kur⸗ fürſt, aus Aſchaffenburg herübergeeilt, zum Schluſſe die⸗ ſes Handwerkerübermuthes donnernde Bekanntmachungen gegen Aufruhr und Rebellion erließ.

In dieſen Tagen der Unruhe war, wie ſich denken läßt, der Baron Franz Karl nicht ausgegangen. Er hatte darin der ängſtlichen Vorſicht ſeiner Mutter, aber auch der eignen Stimmung nachgegeben, die ihn auf dem Studirzimmer feſthielt. In ſeinem Innern war eine neue, wunderſame Stimmung angeregt, die der junge Mann in ſich walten ließ. Es ſchien, als ob der ſpöttiſche Scherz Garzweiler's doch auf irgend eine Weiſe wahr werden