Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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ſeinen Gelöbniſſen her entfliehen konnte; worauf er gegen ſeine rebelliſchen Unterthanen Hülfe beim Reichskammer⸗ gericht erwirkte. Die Reichs⸗Execution gegen Lüttich wurde anfangs den beiden Kurfürſten von der Pfalz und von Brandenburg übertragen; nachdem aber Preußen aus eigenwilliger und ſelbſtſüchtiger Politik ſeine Truppen nach wenig Monaten zurückgezogen hatte: ſo waren die drei geiſtlichen Kurfürſten zur Execution aufg hoten worden und in Folge deſſen die mainzer Truppen ausgerückt.

Einige Mannſchaft war jedoch in den vernachläſſigten Feſtungswerken zurückgeblieben, und leicht hätte man mit fünfzig Huſaren den ganzen Aufruhr auseinander getrie⸗ ben, wären nicht Beſatzung, Miniſterium und Bürger⸗ ſchaft wie gebannt geweſen beim Anblicke der rohen Kraft, die das altverſteifte Formenweſen der regierenden Gewalt ſo unerwartet durchbrach. Selbſt der Gouverneur der Stadt und Feſtung, General⸗Feldzeugmeiſter von Gymnich, der mit ſeinem alten Ruhm aus dem ſiebenjährigen Kriege und mit dem Kommandeurkreuze des kaiſerlichen St.⸗Jo⸗ ſephs⸗Ordens auf der Bruſt, Ruhe und Ordnung ſtiften wollte, konnte ſich kein Anſehen verſchaffen. Die ange— trunkenen Schloſſer⸗, Schreiner⸗ un Zimmergeſellen neck⸗ ten und hänſelten ihn. Sie nns len mit ihm auf der einen Seite ſeines ſtattlichen Schimmels, und zupften ihn auf der andern am Zopfe; ſie umarmten ihn als Friedensſtifter, um ihn wo möglich vom Pferde zu ziehen und dem Gelächter preiszugeben.

An Lachern fehlte es nämlich in keiner Straße. Den luſtigen Mainzern war dies Treiben ein ganz neues Schau⸗ ſpiel. Doch fanden ſich auch nachdenkliche Männer unter