Viertes Kapitel.
Jakob hatte den dreiarmigen ſilbernen Leuchter auf den Tiſch geſetzt; die Wachskerzen verbreiteten ein ſanftes Licht durch das Gemach, und das Herz der Gräfin beruhigte ſich. Es fiel ihr ein, daß ſie an den Kurfürſten hatte ſchreiben und ihm den Unfug des Tages melden wollen. Doch wußte ſie noch nichts Genaueres über die Entwick⸗ lung der Vorfälle, und konnte nicht gleich einig mit ſich werden, was ſie von der Unbill ſagen ſollte, die dem Baron Franz Karl dabei widerfahren war. Es hing da⸗ von ab, was ſie mit dem jungen Manne vorhabe, über den ſie ſich durch ſeltſame Mißverſtändniſſe oder Verſtim⸗ mungen mit Garzweiler ſo jäh entzweit hatte. Auch fühlte ſie, daß ihr die freie Stimmung fehlte, ihrem fürſtlichen Freunde heiter und ſcherzhaft zu ſchreiben, wie er es liebte, und der ernſthaften Sache einige Poſſen beizumi⸗ ſchen, wie er es von ihr erwartete. Sie verſchob es daher auf den andern Tag.*
Da erfuhr ſie nun, daß der Unfug der Handwerks⸗ geſellen doch eine bedenklichere Wendung genommen hatte, als es anfangs das Anſehen gehabt. Es war nicht bei Steinwürfen, eingeſchlagenen Fenſtern und eingebrochenen Thüren im Univerſitätsgebäude geblieben; ein Kampf hatte ſich entſponnen, wiewol ein ſehr ungleicher. Denn die überraſchten Studenten hatten den Stoͤcken der ſogenannten
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