34 men: ſo vergißt er vielleicht mehr— der jugendlichen Frau von Ferrette.
Bei dieſem Namen einer Nebenbuhlerin, für welche der Kurfürſt ſeit Kurzem wieder eine lebhaftere Aufmerk⸗ ſamkeit blicken ließ, erneuerte ſich der kaum beſchwichtigte Zorn der ſchönen Frau um ſo lebhafter, als ſie die Be⸗ fliſſenheit des grollenden Mannes, ihr weh zu thun, durch⸗ fühlte. Sie bebte vor Entrüſtung, und konnte nur die Worte vorbringen: Haben Sie es darauf angelegt, mich heut auf alle Weiſe zu mißhandeln, Sie— tückiſcher Jeſuit?
Sie zog heftig die Schelle. Pater Garzweiler ver⸗ neigte ſich mit ruhiger Ehrerbietung, und ſchritt lächelnd nach der Thüre. Ein Bedienter eilte herein.
Die Gräfin hatte ſchnell ſo viel Beſonnenheit gewon⸗ nen, um den Geiſtlichen nicht aus der Thüre werfen zu laſſen, was ihr erſter Gedanke geweſen war. Mit ſtolzer Haltung nach dem Sopha ſchreitend, gebot ſie:
Leuchte dem geiſtlichen Rath aus dem Hauſe, Jakob, — und bringe mir Licht!
Hinter dem Abgegangenen her erhob ſie ſich in ihrer Unruhe, und ging lebhaft im Zimmer hin und wieder. Endlich warf ſie ſich in den nächſten Lehnſtuhl.— Unver⸗ ſchämter Menſch! ſeufzte ſie. Mir ſo zu trotzen! Aber — das hat man davon, wenn man ſich dieſe Pfaffen ſo nahe kommen läßt!


