Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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dringend erſchien, ſich um das öffentliche Wohl zu küm⸗ mern, das am mainzer Hofe nicht ſelten in falſche Hände gegeben iſt. Ich dachte Ihnen zu dienen, gnädige Frau, mit Ihnen zu wirken; wir ſchienen einig in den Geſichts⸗ punkten, über die Mittel und Wege für das Rechte und Gute. Darüber haben Sie das Vertrauen des Fürſten verloren; der Kurfürſt iſt von den fremden Geſandten, beſonders auch aus dem preußiſchen Kabinet, vor Ihnen gewarnt; er hält jetzt mit den Geheimniſſen der Politik gegen Sie zurück. Sehen Sie, das macht mich mißtrauiſch gegen mich ſelbſt, und führt mich auf die ſalomoniſche Weisheit zurück, daß Alles eitel auf Erden iſt— Macht und Liebe. Aber auch jetzt noch wollte ich Sie nicht ver⸗ laſſen: ich habe mich des Barons Franz Karl verſichert, der Ihnen als Schlüſſel zu jenen Geheimniſſen dienlich erſchien. Ich habe nur für Sie gehandelt!.

Das iſt ein ſehr zweifelhafter Verſuch, fiel die Gräfin ein, und erinnert mich nur um ſo lebhafter daran, wie kränkend es für mich iſt, daß der Kurfürſt über die fatale Politik unſere alte innige Freundſchaft und Alles vergißt was ich ihm geopfert habe.

Sie vergeſſen, meine Gnädigſte, daß die Politik für den Fürſten eben jünger iſt, als Ihre— Liebe! bemerkte mit leiſem Spotte der Geiſtliche. In gewiſſen Jahren muß man denn allerdings eine erſchöpfende Neigung um der andern willen fahren laſſen. Der alte Herr— Ver⸗ gebung! Ich will ſagen, Seine kurfürſtliche Gnaden haben ſich jetzt in die Politik vertieft. Sie wiſſen, Frau Gene⸗ ralin, ſonſt liebte er es, mehr als eine Freundin zu haben; allein— man wird alt, das Herz ſchrumpft ein,