Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

über, wobei die Gräfin nicht ſo kalt, wie der geiſtliche Rath blieb. Sie ereiferte ſich, und ihr weibliches Herz ſpielte ihr zuletzt den übeln Streich, daß es ſie zum Ver⸗ ſuch einer Vertraulichkeit, einer Verſtändigung mit dem Manne trieb, mit dem ſie freilich ſo manches andere ge⸗ heime Einverſtändniß hatte. Wieder einmal ein Schar⸗ mützel! lächelte ſie nach einer kleinen Pauſe, und reichte ihm die Hand hin. Wann werden wir denn einmal einen ewigen Frieden ſchließen, lieber Freund?

Als ob wir im Kriege lebten, Frau Generalin! antwortete er, und küßte die Hand.

Nun, wenn nicht im offnen Kriege, ſo leben wir doch nur im Wafefenſtillſtande! fuhr ſie fort. Ich weiß nicht, was Sie ſo mißtrauiſch, ſo zurückhaltend gegen mich macht. Ich bin Ihnen wiederholt zum innigſten Bund entgegen gekommen. Sie ſind auch viel zu klug, um nicht berechnet zu haben, wieviel wir einander ſein könnten. Alles vermöchten wir am Hofe. Ihr erfinderiſcher, be⸗ harrlicher Geiſt, lieber Garzweiler, meine ich weiß nicht, wie Sie es eben nennen wollen gäben uns allen Einfluß in die Hände, und perſönlich fehlte uns nichts zum menſchlichſten Glücke. An mir liegt es nicht, das wiſſen Sie. Seien Sie einmal aufrichtig: was haben Sie gegen mich?

Auf dies Entgegenkommen erwiderte Garzweiler, nach⸗ dem er ſich beſinnend am Kelchglaſe genippt hatte:

Ich verſtehe Eure Gnaden nicht ganz. Iſt denn nicht mein Amt, mein geiſtlicher Beruf immer und immer für den Frieden? Sie reden von Einfluß am Hofe? Freilich habe ich früher einigermaßen darnach geſtrebt, weil es ſo