Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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fallen gefaßt, aus dem ich eine Neigung, eine Leidenſchaft hervorzulocken denke. Es begegnete uns eine bürger⸗ liche, tugendſame Schönheit, die der Baron nicht kennt, und zu der er nur durch mich gelangen kann.

Ci, das wird intereſſant! rief die ſchöne Frau. Kom⸗ men Sie mit herein, Pater! Sie müſſen mir das erzählen.

Der Wagen hielt vor der Wohnung der Gräfin am obern Eckhauſe des Marſtalls zum goldnen Pferd. Garz⸗ weiler führte, artig wie ein Hofmann, die Dame nach ihrem Wohnzimmer. Die Einrichtung der Gemächer war reich und geſchmackvoll, wie es ſich bei einer Frau erwar⸗ ten läßt, die von einem ſo üppigen und verſchwenderiſchen Fürſten ausgeſtattet und beſucht wird. Die Möbeln von Roſenholz mit fein eingelegten Verzierungen waren aus Paris und London, ein Geſchenk, eine Beſtechung Guio⸗ let's, den die Gräfin vor einiger Zeit aus einer gericht lichen Unterſuchung bedrohlicher Art durch Verwendung beim Kurfürſten gezogen und zum Hofkammerrath beför⸗ dert hatte.

Die Gräfin ließ für Garzweiler Erfriſchungen bringen und lud ihn neben ſich auf das ſeidene Sopha. Die Abend⸗ dämmerung brach hinter dieſen ſchweren Fenſtervorhängen ſchon tiefer herein, und begünſtigte das Geheimniß einer Hofintrigue, aber auch die Gefahr anderer Vertraulich⸗ keiten, die durch das eigenthümliche Verhältniß der reizen⸗ den Freundin eines greiſen Fürſten zu dem ſchönen fürſt⸗ lichen Beichtvater ſo ſehr erleichtert ſind. Dazu lag jedoch im Tone, der zwiſchen Beiden herrſchte, etwas Störendes. Garzweiler konnte mit aller Artigkeit und Höflichkeit des Benehmens gegen die Gräfin einen leiſen Spott der Miß⸗

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