daß die im Buche waltende Geſinnung keiner der ge⸗ ringſten Vorzüge deſſelben ſei, indem ſolche„aus dichteriſchem Standpunkt unparteiiſch und jedem Ge⸗ bilde gerecht, auch den widrigen Geſtalten ihre eigen⸗ thümliche Geltung laſſe“.—„Von überwiegendem demokratiſchen Sinn hier zu ſprechen oder gar von revolutionärem“, fügt er hinzu,„ſcheint mir ganz verkehrt; ich bin im Gegentheil erſtaunt über die Gunſt, mit der das ariſtokratiſche Element durchgän⸗ gig behandelt worden, über die Abneigung gegen das franzöſiſche Weſen, das von ſeiner blendenden Seite faſt gar nicht gezeigt wird. Wenn dem Autor ein Vorwurf hierbei gemacht werden ſoll, ſo haben die Freiheitsfreunde aufzutreten. Allein ſolche Bücher werden auch gar nicht geſchrieben, um Adel oder Bürger hervorzuheben, ſondern um Leben darzu⸗ ſtellen, und wie das Leben ſich darbietet, das iſt nicht die Schuld des Dichters.“
Hiermit ſtimmte ein Artikel der Allgemeinen Zei⸗ tung aus Berlin vom 16. December jenes Jahres überein, worin mit kurzem Bericht über neu erſchie⸗ nene Bücher von dem vorliegenden Roman unter An⸗ derm geſagt wurde:„Der Gehalt iſt ſittlich und national;—— die ſtärkſten, die gegenwärtigſten Intereſſen der Deutſchen ſind hier anſchaulich gemacht. —— Die neuere Zeit hat wenige Bücher, die ſo ernſt und tief ins Leben ſchneiden, und dabei die kühne Schärfe wieder mit lieblichem Schmuck verhüllen.“


