Teil eines Werkes 
Bd. 4König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 3 (1855)
Entstehung
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ner Bruſt auf, als er bei ſolchen Wünſchen den Flor auf dem Tiſche liegen ſah, den er um Ludwig am Hute tragen wollte.

Unſere Erzählung ſchwebt auf beruhigten Wellen wie ein Schiff, das nach langer, zuletzt etwas ſtürmiſcher Fahrt im Ausblick auf den Hafen kreuzt, und der Flut zum Einlaufen harrend die Segel einzieht. Das umliegende Geſtade zeigt noch großartig formirte Felſen, anmuthig bewachſene Buchten; aber die Paſſagiere haben die Ruhe nicht mehr, ſie ins Einzelne zu betrachten. Auf andere Erwartniſſe gerichtet, werfen ſie nur den flüchtigſten Blick auf die nächſten hohen Ufergeſtaltungen, an denen ſie auslaufend vorüberkamen, und die ſie nun rückblickend zu vergeſſen denken.

Der Kreis von hervorragenden Menſchen, mit denen Hermann ſeit ſeiner vorjährigen Frühlingsankunft in Ver⸗ bindung kam, hat ſich, von der Abreiſe des Kapellmeiſters Reichardt an, nach und nach zu löſen angefangen. Der Nächſte, der ihn nun noch verließ, war der Staatsrath Johannes von Müller. Er hatte ſich, wie es ſchien, von der lebensgefährlichen Krankheit, die ihn nöthigte, das Staatsſecretariat des Miniſteriums aufzugeben, nie gänz⸗ lich erholt. Aber neben den fortdauernden körperlichen Leiden und nagenden Geldverlegenheiten begleitete ihn auch noch unaufhörlich der Kummer ſeines verzagten Herzens um die Täuſchung aller Hoffnungen, mit welchen Napo⸗ leon's dämoniſches Uebergewicht ihn, ſogar perſönlich, eine