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augenblickliche Erfindung Ihres königlichen Herzens iſt. Ich war mit meiner Fürbitte für den begnadigten Herrn Heiſter nicht etwa inconſequent, Sire. Seit Sie die Grille verfolgten, mich den liebenswürdigen Frauen beizugeſellen, die ihre eigene und die königliche Gunſt beſſer als ich zu ſchätzen wußten, war es mein Bemühen, Sie an könig⸗ liches Handeln zu erinnern. Nicht etwa um Ihretwillen, Sire: was kümmerte mich der jüngſte Sohn der Madame Lätitia Buonaparte, der ja beſſere Lectionen von ſei⸗ nem kaiſerlichen Bruder erhält! Nein, ich that es für meine Königin, für meine Jugendfreundin aus einem alten Fürſtenhauſe, der ich die Zufriedenheit gönnte, ſich wenigſtens menſchlich würdig vermählt zu glauben. Mein Beſtreben war vergebens! Jeröme hat ſich doch zu lange in der Atmoſphäre von Baltimore aufgehalten, um nicht Liebhaberei an Handel und Wandel zu bekommen, und mit den königlichen Prärogativen gute Geſchäfte zu machen. Was thun wir hier, Sire? Wir gehen alſo! Ich bin nun durch Sie ſelbſt beruhigt, daß Sie doch nicht vergebens hierher gekommen ſind. Ich fürchtete anfangs, Sie kämen blos, um mich erniedrigt zu finden. Aber nein, Sie haben ſich mir noch einmal in Ihrer ganzen Liebenswürdigkeit zeigen wollen. Sie ſind alſo nicht ver⸗ gebens dageweſen. Leben Sie wohl, Sire!
Sie verneigte ſich wie eine Fürſtin, die einen außer⸗ ordentlichen Geſandten entläßt, und betrat ihr Voudoir, das ſie hinter ſich verſchloß.
Die dunkeln Rollgehänge waren ſchon herabgelaſſen; es herrſchte tiefe Dämmerung im Gemach. Eine Er⸗ ſchöpfung überkam die aufgeregte Dame. Sie fühlte ſich


