Gräfin? Ich will nicht hoffen, daß Sie ernſtlich ſolche Täuſchung, ſolches Spiel mit mir ſich erlaubt haben.
Das war nun das rechte Wort eben nicht für eine Frau, die in ihrem fürſtlichen Selbſtgefühl einen lange gefammelten Unwillen kaum bemeiſtern konnte.
Erlaubt, Sire? rief ſie lebhaft aus. Ja, ich habe mir's erlaubt!
Eine augenblickliche Stille entſtand.
Die Gräfin hielt an ſich und nahm ſich zuſammen; dann fuhr ſie ſanfter fort:
Vergebung! In dieſem Tone dachte ich nicht von Ew. Majeſtät mich zu verabſchieden. Mein Mann und ich haben nämlich die Abſicht, Caſſel zu verlaſſen. Ver⸗ zeihen Sie meine Aufwallung! Aber, ich bin auch im tiefſten Herzen ſehr verſtimmt— über mich, über Vie⸗ les; traurig, ſehr traurig, Sire, über die unglückliche Zeit, über ſoviel Unwürdiges, was um uns her vor⸗ geht, über ſoviel Verhängniſſe, die in ganz Deutſchland Hoch und Niedrig treffen. Drum, Sire, laſſen Sie uns die bittere Stunde abbrechen! Sehen Sie, dazu habe ich dieſen kleinen Schmuck des Zimmers—— Ich dachte zu einem heitern Abſchied—
Mich hier ſtehen zu laſſen, mich ja nicht aufzuhalten!
fiel Jeröme mit verhaltenem Groll ein.*
Die Anſpielung der Gräfin auf den Hof und die po⸗ litiſchen Verhältniſſe ſteigerte noch ſeinen Unwillen. Er ſuchte nach einem Trumpf, womit er lachend und mit ſiegendem Stolze gehen koͤnnte.
Ich weiß nicht, was Sie mit Ihrer Trauer über die


