Teil eines Werkes 
Bd. 4König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 3 (1855)
Entstehung
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eine Fürſprache in dieſer Sache ſo früh, als es doch ge⸗ ſchehen mußte, bei ſeinem mit Recht entrüſteten Könige wagen werde. Dennoch hätte ich es nicht thun ſollen. Ich foderte allerdings eine echt königliche Handlung, eine hohe That der Gnade, durch die zugleich eine ſtrenge Ausübung der Gerechtigkeit an einem Verbrecher der Mis⸗ deutung entzogen wurde, als gelte es Ihnen, Sire, um eine unwürdige Rache gegen die Gattin des Mannes, die früherhin Ew. Majeſtät ſtadtkundige Aufmerkſamkeit für ſie ſo wenig paſſend zu behandeln wußte. Aber, in⸗ dem gerade ich dieſe große Mahnung an den König wagte, regte ich unbedacht in dem Manne Jeröme eine alte Capriſe für das Weib in der Bittſtellerin auf,

und lebhaft wie Ew. Majeſtät zu empfinden pflegen, ver⸗

gaßen Sie über dieſe Laune für mich, den König in Ihnen. In der Aufregung des Augenblicks, wo ſoviel Bedeutendes auf dem Spiele ſtand, und ich Ew. Majeſtät um Alles von einer menſchlichen Schwäche zu einer fürſt⸗ lichen That zurückbringen mußte, vergaß ich mich ſoweit, zu Ihrer Bedingung, zu Ihrer Gegenfoderung auf eine Weiſe ſtill zu ſchweigen, die wie eine Einwilligung, wie ein Zugeſtändniß ausſehen konnte. Mein Troſt war, Ew. Majeſtät würden ſich in ruhiger Stunde des Rechten beſinnen; aber ich fühle nun ſchmerzlich, daß Sie ge⸗ kommen ſind, mich meine Selbſtvergeſſenheit tief empfin⸗ den zu laſſen.

Jeröme, durch den für ihn doch etwas bittern Ernſt der langen, offenbar vorbedachten Rede noch mehr ent⸗ rüſtet, als in ſeinem getäuſchten Verlangen zugleich ge⸗ reizt, erwiderte heftig: