Teil eines Werkes 
Bd. 4König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 3 (1855)
Entstehung
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u⸗ plaudern dürfen? Und zu meiner Unterhaltung mit der

Miniſterin hätten Sie uns nach Ihrem Adieu den intereſ⸗ ü, ſanteſten Gegenſtand hinterlaſſen an der Bewunderung, on die wir bereits aus der Ferne für ſoviel Schönheit und nit Liebenswürdigkeit gefaßt haben. Lina war an dieſen Ton einer mehr oder weniger en feinen Schmeichelei nicht gewöhnt, und in entſprechender/

Weiſe zu erwidern nicht geübt. Dies noch weniger vor

t⸗ einem Manne, gegen den ſie voraus eingenommen war, te und der nun durch ſeine angenehme Perſönlichkeit ſie mit e⸗ ihrer vorgefaßten Meinung in Verlegenheit ſetzte. Da⸗ te gegen war ihr von Natur eine graziöſe Art verliehen, mit 3 he ablehnender Geberde ungläubig zu lächeln. Und ſo entzog e⸗ ſie ſich auch jetzt mit der freundlichen Bemerkung, er werde e, von der Frau Miniſterin bereits erwartet. b, Unterwegs hing ſie der Betrachtung nach, wieviel 3

mächtiger doch, als der Ruf eines Menſchen, die leben⸗

dige Gegenwart ſeiner Perſönlichkeit wirke. Sie hielt u auch mit dieſer Bemerkung gegen Ludwig nicht zurück,

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i⸗ als ſie ihm ihren Beſuch und die Begegnung auf der 8 Treppe erzählte. Ich kann mir denken, ſagte ſie, daß 15 der auffallende Abſtich der liebenswürdigen Erſcheinung r. eines Mannes mit der übeln Nachrede, worin er ſteht, 2 8 5

ihm ſogar noch zum Vortheil ausſchlagen kann. O ja, meinte Ludwig: wie eine dunkle Unterlage

r den Glanz eines durchſichtigen Gegenſtandes erhöht.

5 Auch noch anders, fuhr ſie fort; denn ſolche Menſchen 4 5 von zweideutigem Ruf ſind eben wenig durchſichtig. Nein, 5 ich glaube, daß gerale die edelſte Regung des menſchlichen n HKerrzens ſolchem Contraſt zugut kommt, indem bei perſön⸗

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