Teil eines Werkes 
Bd. 4König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 3 (1855)
Entstehung
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richtigen, daß der König zwar zur Stadt gekommen, aber verhindert iſt, Sie bei ſich zu haben. Er beklagt ſehr, eine ſo ſüße Stunde entbehren zu müſſen. Wiſſen Sie aber, was ich glaube? Daß der geliebten Ceeile dieſe Abbeſtellung vielleicht nicht ſo unangenehm iſt wie ihm ſelbſt, und daß ſie ſtatt ſeines Willkommen heut lieber dem hübſchen jungen Doctor ein Lebewohl ſagt. Meine Zeilen ſollen Sie noch im Mädchengewande tref⸗ fen; wären Sie aber wirklich ſchon im Begriff zu kom⸗ men, das heißt im Pagenanzuge: ſo würde ich mich gern, zur Strafe für meine Verſäumniß, dem Dienſt Ihrer Kammerjungfer unterziehen. Noch Eines! Laſſen Sie den jungen Mann noch zu keiner Erklä⸗ rung kommen, ihn aber, wenn er dringend wird, doch auch nicht ohne Hoffnung abreiſen. Er hat dem Kö⸗ nig ſehr gefallen; Jeröme will aber vielleicht aus einer kleinen Eiferſucht, Sie zu verlieren Ihre Zu⸗ kunft und Stellung erſt mit Ihnen ſelbſt beſprechen. Ich komme morgen zu Ihnen. Bis dahin wird un⸗ ſer Leibarzt Zadig den guten Onkel Simeon überzeugt haben, daß Lucie Pyrmont brauchen muß: drei bis acht Becher täglich aus der Hauptquelle und Bäder aus der ſogenanntenheiligen Quelle. Dieſe Bezeichnung wird unſere Andacht nicht ſtören. Es verſteht ſich dann, daß Sie zu Luciens Begleitung mitgehen. Pyrmont für den Onkel ſtatt Nenndorfs für uns gibt ein artiges Quidproquo! Adieu, Sie oh!!

Dienſtag Abend 7.