Ton betroffen, womit er vorgebracht worden. Sie konnte ihrem Manne nicht Unrecht geben; allein es that ihr weh, daß dem Freund Unrecht geſchehen ſollte.
Ich denke gerade ſo wie du, Ludwig! ſagte ſte. Ge⸗ rade darum wollte ich aber hingehen, ſie kennen lernen, um dem Freunde mit Einſicht und Bedacht rathen oder abrathen zu können. Hermann denkt im Gegentheil, ſich uns durch eine Herzensverbindung näher, inniger, um⸗ gänglicher zu ſtellen. Und es wäre mir wahrlich recht leid, wenn ich gegen Cecile nichts zu erinnern hätte, als daß ſie nur franzöſiſch ſpricht. Leid— um deinetwillen, deiner Abneigung wegen. Uebrigens muß ich dir geſtehen, Ludwig, daß ich ſelbſt ihn zu einem Herzensbund er⸗ muntert habe, um unſern Bekannten allen Argwohn gegen ſeine Vertraulichkeit mit uns abzuſchneiden. Du ſiehſt ein, daß ich mich nun auch ſeiner Wahl annehmen muß, um ihn nicht zu einem Misgriff verleitet zu haben.
So geh' hin, und ſieh', was du findeſt, und— was an dir gefunden wird!
Mit dieſem heftigen Worte nahm Ludwig Hut und Stock und ging nach der Thür. Hier holte ihn Lina ein, hing ſich an ihn und ſagte mit weichem Ernſt:
Ludwig! Mit dieſem Unwillen willſt du gehen? Dieſe Unzufriedenheit gegen mich mitnehmen in deinen langen Bureautag? Herzensmann, es wird dich reuen, beun⸗ ruhigen; du wirſt mich nicht aus dem Sinn kriegen, und
keine Arbeit wird dir flecken. Und ich in meiner Ein⸗
ſamkeit ſoll dich mir böſe wiſſen? Ludwig? Soll ich
mich grämen, mich beim Nähen immer in die Finger
ſtechen und dir die Suppe verſalzen? 1
6


