Achtzehntes Capitel. Der Abſchiedsabend.
Das holländiſche Geſchäft litt nun keinen längern
Aufſchub. Die Abgeordneten waren für ihre Abreiſe auf
Mittwoch früh übereingekommen, und es blieben daher unſerm jungen Freunde nur noch zwei ſehr bewegte Tage übrig. Die innere Unruhe ſeines Gemüths, die ihn zwi⸗ ſchen lebhaften Erinnerungen und unbeſtimmten Erwar⸗ tungen nachdenklich und zerſtreut machte, benahm ihm die Faſſung, um die kleinen äußern Angelegenheiten, die eine Reiſe mit ſich bringt, gelaſſen zu erledigen. Die ganze Welt kam ihm wirbelnd vor, und doch galt es um nichts weiter, als ſeinen Koffer zu packen und ein paar Ab⸗ ſchiedsbeſuche zu machen.
Bei ſeinem Miniſter war dies kurz gethan. Er fand ihn beſchäftigt mit General Eblée, der, von Magdeburg eingetroffen, das Kriegsdepartement übernahm, das Herr von Bülow ſeit Morio's Abreiſe mitverſehen hatte. Beide Excellenzen kannten und ſchätzten einander von früher; denn Eble, vormals Artillerieoffizier in der Revolutions⸗ zeit, war gleich nach der preußiſchen Niederlage bei Jena Gouverneur von Magdeburg geworden, und hatte mit Herrn von Bülow, als damaligem Chef der Kriegs⸗ und Domainenkammer, in vielfacher Geſchäftsbeziehung geſtan⸗ den. Die dortige Einwohnerſchaft hatte ihn jetzt mit dankbarem Leid abziehen ſehen— einen Mann, deſſen
₰—
—


