Teil eines Werkes 
Bd. 3König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 2 (1855)
Entstehung
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lingen des Königs verſchwendet würden, oder als Contri⸗ bution in den Schatz des Kaiſers, oder zu Beſtechung ſeiner Umgebung, ja wol auch als Erſparniſſe für eine unglückliche Wendung der Dinge nach Paris flöſſen. Oder man ereiferte ſich gegen die Schmach und den Uebermuth der Franzoſen im öffentlichen Dienſt, gegen die um ſich greifende Sittenloſigkeit der hohen Geſellſchaft und gegen die gefährliche Zudringlichkeit der geheimen Polizei. Doch bei dieſer letzten Erinnerung pflegte alsbald das entrüſtete Wort zu verſtummen, und wenn ſich dadurch vielleicht ein Lobredner des Neuen in ſeinem Vortheil über den ge⸗ fährdeten oder vorängſtlichen Tadler gehen ließ, ſo ent⸗ ſtand leicht eine Verbiſſenheit der Herzen, die ſich in blei⸗ benden Haß verkehren konnte, und Entzweiung in die Familien und in uralte Freundſchaften brachte.

So weit kam es nun in dem kleinen Abendkreiſe der Verlobung nicht, ſondern die Frauen ſtellten alsbald die heiterſte Stimmung und eine anmuthige Fröhlichkeit her, die ziemlich ſpät in die Nacht hinein dauerte.

Hermann war den Abend über ungewöhnlich ſtill und in ſich gekehrt geweſen. Bei aller Theilnahme am Ge⸗ ſpräche ſo angeſehener Beamten über das neue Staats⸗ leben, dem er ſich ſelbſt mehr und mehr einzuverleiben dachte, ward er doch von den Vorgängen des Abends mehr gemüthlich eingenommen. Die Familienfeier bewegte ihn wieder einmal mit leiſen Heimwehempfindungen, die ihn am liebſten überſchlichen, wenn er ſich eine Weile an⸗ haltend in conventionellem Verkehr gefallen hatte. Wie⸗ derholt waren ihm die glücklichen Aeltern vorgeſchwebt,