———
&
27 Treuloſigkeit, wenn er mit jugendlicher Sentimentalität eine Laune ſo ſchwer bezeichnen will, fällt weit hinaus— ins Klima der Antillen, und lenkt ihn vielleicht deſto ſehn⸗ ſüchtiger nach einem deutſchen Herzen. Denken wir blos an ſein Fortkommen! Er ſcheint etwas Schwärmer, und eine Beſchäftigung mit Ziffern und Zahlen in meinen Bu⸗ reaux könnte ihm heilſam werden. Aber ich müßte mich umſtändlich mit ihm beſprechen, ihn ſelbſt in die Arbeit einſchießen, und daran bin ich jetzt durch meine bevor⸗ ſtehende Reiſe nach Paris gehindert, vor der ſich ein Berg von Arbeiten erhoben hat. Es muß damit bis zu mei⸗ ner Rückkunft anſtehen.
Was? Sie gehen nach Paris? Das iſcht mir ja was Funkelneues! ſagte die Gräfin.
Es hat ſich auch ſehr ſchnell gemacht, meine verehrte Freundin, erwiderte er. Aber der Kaiſer dringt immer heftiger auf Abzahlung der rückſtändigen Contribution und auf die Organiſation unſers Heeres, das er auf 10,000 Mann Infanterie, 2000 Mann Cavalerie und 500 Mann Artillerie beſtimmt hat. Was außerdem der Hof und was der junge hungerige Staat conſumirt, brauche ich Th⸗ nen nicht zu ſagen: Sie leben ja an dieſem Hofe. Zu alledem kommt aber noch, das wir mit weſtfäliſchem Gelde ein franzöſiches Armeecorps von 12,500 Mann, das die Gar⸗ niſon von Magdeburg bildet, kleiden und löhnen müſſen. Ebenſo ungeduldig iſt der Kaiſer über die Verzögerung mit den vollen 6000 Mann, die wir nach Spanien ſchicken ſollen. Napoleon bedenkt nicht, oder will nichts davon wiſſen, daß er uns die beſten Domänen zu Belohnungen für ſeine Generale entzogen hat, und daß, ſo lange unſer
*


