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Kaum war die Polonaiſe geendigt, ſo hob im kleinen Nebenſaal die Harmoniemuſik an, ſanft und entfernt ge⸗ nug, um Unterhaltung dem müßigen Ohre zu gewähren, ohne die mündliche Unterhaltung zu ſtören. Es waren für dieſe Pauſen des Tanzes franzöſiſche und italieniſche Muſtkſtücke gewählt, und wurden unter Blangini's Lei⸗ tung von den deutſchen Muſikern der Kapelle mit Wider⸗ willen geſpielt, waren aber bei Hofe der deutſchen Muſik vorgezogen. Man rühmte dem Könige zu Gehör den italieniſchen Meiſter ſo gefliſſentlich, daß einige Freunde
der deutſchen Partei eine Abſicht darin vermutheten. Es
war ihnen ſchon früher nicht unbemerkt geblieben, daß man Blangini auf Koſten Reichardt's beim König in Gunſt und Geltung zu ſetzen und zu befördern ſuchte. Hinter einem benachbarten Spielzimmer lag ein ſtilles Gemach, zu verliebter oder vertrauter Unterhaltung mit Polſterſitzen und gepaarten Seſſeln zwiſchen blühenden Stauden eingerichtet. Hier war, von der durch alle Zim⸗
mer geführten Polonaiſe her, die Gräfin Antonie an Bü⸗
low's Hand zurückgeblieben, als ſie einen ihrer weißſeide⸗ nen Schuhe zu befeſtigen, austreten mußte. Der Tanz war verrauſcht, und Beide, ganz allein im Zimmer zurück⸗ geblieben, ſetzten in leiſer Unterhaltung ihr deutſches Ge⸗ ſpräch fort.
Wie geſagt, meine Gnädige, ein ſo kräftiger und geiſt⸗ reicher junger Mann, wie ihn mir auch ſchon meine Frau geſchildert, überſteht leicht ein kleines Liebesunglück. Er wird die ſo ſchnell verwandelte Zuneigung einer Creolin für Das nehmen, was ſie war. Ihre Gunſt wird ihm ein gutes Selbſtgefühl für die Geſellſchaft geben, und ihre
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