Teil eines Werkes 
Bd. 3König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 2 (1855)
Entstehung
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Ha! rief er dabei mit wiederholtem Einathmen durch die Naſe, das iſt ein feiner Wohlgeruch in deinen Kleidern! Hm! Deliciös! Hat man ſo'was in dem frommen Münſter, Fränzchen? Vielleicht Magdalenen⸗ Narde?

Für morgen geht's nun nicht, ſagte ſie ausweichend. Aber du wirſt am beſten wiſſen, wie bald deine liebens⸗ würdige Aufmerkſamkeit ausgeführt werden kann. Ich überlaſſe dir das Arrangement und die Einladungen. Darin übertriffſt du alle Ceremonienmeiſter der Welt. Jetzt geh', ich muß mich ankleiden und noch zur Königin ins Theater. Apropos! Ich vergaß dem Kutſcher den guten Wagen zu beſtellen. Sei ſo gut, lieber Leo!

Er verneigte ſich mit den empfindlich höflichen Worten:

Der gute Leo wird den guten Wagen beſtellen. Ueber⸗- haupt wie gut iſt es, meine Gnädige, wenn, ich ſage, wenn Alles gut iſt!

Es war nicht das erſte mal, daß der zu Haus wie bei Hofe gleich beeiferte Mann die feſtliche Gelegenheit be⸗ ſorgte, wo ſeine Gemahlin jene Zuthätigkeit des Königs empfing, mit der ſie, um Neid oder Argwohn der Ge⸗ fellſchaft unbekümmert, ſich gern brüſtete. Diesmal über⸗ traf aber der gefällige Gemahl ſich ſelbſt durch den Glanz des Feſtes. Er hatte ſogar der Ungunſt ſeiner ſchmal ge⸗ bauten Wohnung, die ihm eine ausgedehnte Zimmerreihe verſagte, durch täuſchende Kunſt einen Vortheil abgewon⸗ nen, und durch geſchickte Veranſtaltung auch die Haus⸗ flur mit in den ausgeſchmückten Rahmen des Feſtes ge⸗ zogen. Sie war nämlich mit Teppichen belegt, und mit