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für die Anweſenden galten, als daß ſie zum Inhalt des leiſen Geſprächs gepaßt hätten. Es waren zärtliche Vor⸗ würfe Jeröme's über der Gräfin langes Ausbleiben, wor⸗ auf dieſe erwiderte, daß es ſie unausſprechlich glücklich mache, wenn ſeine Gunſt und Freundſchaft dieſe Unter⸗ brechung überdauert habe.
Es galt mir aber nicht blos um ſolche Probe, Sire, ſagte ſie, ſondern ich war auch dieſe Reiſe meinen Ver⸗ wandten und— meiner Hoffnung ſchuldig.
Ha! Es iſt alſo an Dem, was man ſich zuflüſtert, meine liebe Franziska?
Es iſt, Sire,—— Jeröme!
Ein junger Graf,— hoffentlich?
Sire, können Sie zweifeln, daß es— ein Prinz ſei?
Ha, mein Gott, Franziska?—— Aber, ich darf nicht vergeſſen, wo wir ſind. Ich muß Ihnen aber mor⸗ gen—— Ecoutez! Fahren Sie morgen Nachmittag
heraus, Sie kennen ja unſere Stunde,— ich muß Ih⸗ nen ſagen, wie glücklich Sie mich machen. Ich habe auch einen kleinen Schmuck erhalten, den Sie zum Andenken an dieſe Stunde tragen ſollen. Empfangen Sie ihn mor⸗ gen! Ich erwarte Sie, Franziska! Sie finden mich allein.
Sie verneigte ſich mit einem zuſagenden Niederſchlag ihrer langen Augenwimpern.
Jeröme eilte nun zu ſeiner Gemahlin, ihr die neue Einrichtung des Schlößchens zu zeigen. Die Oberhofmei⸗ ſterin blieb zurück, und nahm ihren Freund Bülow bei Seite. Indem Beide ins Freie hinauswandelten, wo man den weiteſten Umblick hatte, ſagte ſie:
Es iſcht und bleibt doch ein anmuthiger Aufenthalt!
Koenig, Jeröme's Carneval. II. 2
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