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Hier unter dieſen Ausblicken ſaß und wandelte die kleine Geſellſchaft der Geladenen, des königlichen Paares gewärtig, dem man nach dem nahen Dorfe Wehlheiden an der Chauſſée zur Napoleonshöhe entgegenſah.
Eben ſtieg auch, den Fahrweg von der Stadt herauf⸗ kommend, der Graf Boochls mit ſeiner Gemahlin aus dem Wagen und begrüßten die Oberhofmeiſterin.
Die Gräfin Franziska war eine nicht weniger impo⸗ nirende als reizende Frau, die in ihrem Lebensſommer noch alle Reize der Jugend beſaß,— ein vielſagendes Auge, ſchöngelocktes Haar, dunkel bei glänzend weißer Haut, An⸗ ſtand in der Bewegung, Anmuth im Reden. Und bei der Fülle, die ſie bieten konnte, fehlte ihr nicht das Bedürf⸗ niß der Hingebung, ſodaß ſie auch jüngern Männern ge⸗ fährlich werden mochte. Sie trat heut ungemein heiter auf und ſchien ſich in den intereſſanten Umſtänden zu ge⸗ fallen, die freilich jetzt noch mehr nach einer ſpannenden Vermuthung als nach einer unverkennbaren Hoffnung ausſahen.
Ich bin erſt geſtern Mittag zurückgekommen, ſagte ſie zur Oberhofmeiſterin, und habe gleich auf meine Anmel— dung bei der Königin die gnädige Einladung hierher er⸗ halten.
Beide traten hinaus und empfingen die Begrüßung der Nächſten. Die entfernter Wandelnden eilten aber ſchon herbei, und wieſen unter Verneigungen und flüch⸗ tiger Begrüßung nach der Chauſſée hinüber, wo man aus dem aufwogenden Staube den Wagen des Königs erkennen wollte. Alles zog ſich nach dem innern Platze zurück, ſich zum Empfang des koͤniglichen Paares aufzu⸗


