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Geſichts. Die leichte Anmuth der Manieren und der Leicht⸗ ſinn des Herzens, in den lebhaften Geſichtszügen ausge⸗ prägt, machten Glück in der Atmoſphäre des luſtigen Hofes. Zwiſchen ihm und Jeröme herrſchte unter vier Augen ein vertrauter Ton, die Etiquette hörte auf; Marinville beſaß aber Tact genug, ſich auf Koſten dieſer Vertraulichkeit nichts herauszunehmen, und Jeröme nahm vielleicht Nie⸗ manden in der Welt weniger übel, als dieſem Mitwiſſer und Mitgenoſſen aller Heimlichkeiten des Herzens.
Nächſt ihm war General Rewbel, Jeroͤme's Adjutant, beſonders begünſtigt,— ein noch junger Mann, für die Weichlichkeit des Hoflebens, für die Bereitwilligkeit des Vorzimmers geſchaffen, und mit dem Treiben hinter den Couliſſen des Theaters vertrauter, als mit dem Leben unter den Zelten eines Feldlagers. Er war ein Sohn des bekannten Directorialmitglieds und an eine Schweſter der geſchiedenen Frau Jeröme's verheirathet. Die Hofkapelle und die Kammerdienerſchaft ſtanden unter ſeiner Aufſicht.
Perſönlich und durch ſeine Stellung gehörte der Palaſtpräfect Boucheporn zu den Vertrauten. Honore Boucheporn, ein Vetter des Hofmarſchalls, Baron von Boucheporn, war der Sohn eines ehemaligen Intendan⸗ ten von Corſica, ein Mann von feinen Manieren, und mit der einzigen Tochter eines franzöſiſchen Präfecten ver⸗ heirathet, einem ſchlanken Frauchen von 17 Jahren, das mit ſeinem kindlichen Geſichtchen wie eine Lilie blühte.
Der Major Roſſi, ein entfernter Anverwandter der Napoleon'ſchen Familie, und der Gardecapitän Carregha fehlten ſelten an ſolchen Abenden; Letzterer ein Bruder der ſchönen Hofdame Bianca Lafleche.


