Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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Ich füge mich jetzt noch dem Kaiſer, weil er damit umgeht, Weſtfalen zu vergrößern durch Nun, einerlei! Und dann könnt' es kommen, Prinzeſſin, daß ich die grö⸗ ßere Macht, vom Kaiſer geſchenkt, dazu verwendete, ſie für mein Volk zu verdienen. Aber wir ſchweigen jetzt noch darüber. Alſo haben Sie mir vergeben? Und ich bringe gleich eine kleine Anerkennung Ihrer Güte mit.

Er zog einige Papiere aus der Taſche und ſagte weiter:

Sie verwendeten ſich für Herrn von Henneberg: hier iſt ſeine Ernennung zum Präfecten des Ockerdepartements. Sie empfahlen mir zugleich Herrn von Wangenheim: hier das Patent zum Bataillonschef beim dritten Linienregi⸗ ment! Einige andere Beförderungen Ihrer Wünſche liegen in der Ausfertigung.

Ich bin wahrhaft gerührt, Sire, von Ihrer Güte! ſagte die Gräfin. Sie haben ſich ſelbſt mit dieſen Schrif⸗ ten bemüht, und ich darf ſie nicht zurückgeben. Aber ich meide gern den Schein irgend eines politiſchen Einfluſſes bei Eurer Majeſtät, und möchte auch dieſen Männern die Beſchämung erſparen, als ob es noch meines Fürwortes bedurft hätte, um in den Augen ihres Monarchen von Seiten ihrer Verdienſte erkannt zu ſein. Ich werde, dank⸗ bar für Ihr Vertrauen, Sire, beide Patente Herrn von Bülow zuſtellen, um ſie vom⸗Miniſterium aus zu ver⸗ ſenden.

Sie ſind,zartfühlend, meine theure Freundin, erwiderte der König. Fahren Sie fort, mir Rath und Winke zu geben. So unparteilich und uneigennützig ſind nicht Alle, die ſich mit Anliegen und Vorſchlägen an mich drängen. Aber miſchen Sie auch etwas von perſönlicher Liebe für