Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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ungeſtum den Verlockungen ſeines menſchlichen Herzens folgt, ſo zerſtreuen ſich leicht die Eingebungen ſeiner köͤ⸗ niglichen Seele. Dieſer da, dieſer Seelenhoheit, rechnete ich das Wohlwollen und die Gunſt zu, die Sie mir ſchenkten; ich freute mich, Ihr Herz zu gewinnen, um Sie an Ihre Krone zu erinnern.

Dieſe Betrachtung war, ihrer Empfindung nach, von der Gräfin ohne Zweifel aufrichtig gemeint; der Aus⸗ druck verrieth aber, daß ſie ſich wol erſt in den Stun den ihrer Zurückgezogenheit ſo klar darüber gemacht und wol auch für den Fall einer Erklärung vorbereitet hatte. Jeröme, ſchlau genug, etwas davon zu merken, nahm jedoch die ganze Aeußerung für eine weibliche Ausflucht, für eine geiſtreiche Hinhaltung ſeiner Wünſche. Er glaubte blos durch Uebereilung gefehlt zu haben, und fühlte ſich nur noch angeregter, auf einem neuen reizenden Wege an ſein Ziel zu kommen. Jede Frau von einigem Anſtande hat ihre eigene Art zu capituliren, dachte er, und die Gräfin gefällt ſich darin, mich auf geiſtreiche Weiſe hin zuhalten. Indem er daher auf die Gedanken der Gräfin einging, konnte er ein ſchalkhaftes Lächeln nicht unter⸗ drücken.

Ha! rief er mit dem Ausdruck der Bewunderung aus, in dieſen hohen Geſinnungen erkenne ich eine Prin⸗ zeſſin, eine geborene Fürſtin! Sie ſind eine Tochter der Nation, zu der mein Volk gehört, eine vorzügliche, eine fürſtliche Tochter. Auf mein Wort! es iſt gerade dieſe Liebenswürdigkeit, die mich zu Ihnen hinzieht. Was mir andere Frauen ſchenken, gewährt hinter dem erſten Reiz her keine Befriedigung. Ich bin glücklich, wenn Sie

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