auch unerwarteten Bewegung ſeines Pferdes, aller Ueber⸗ legung voraus, wie von ſelbſt in das Gleichgewicht ſeines Sattels fällt.
Die Anrede Jeröͤme's verrieth in ihren überlegten Worten und noch mehr durch den Ausdruck in ſeinem Ton und Blick eine vertrauliche Beziehung, bei welcher für die Gräfin etwas Verletzendes vorgefallen war.
Sie hatte ſich nämlich zuerſt des Königs zunehmende Aufmerkſamkeit und Bewerbung um ihre Gunſt innerhalb der Formen des Anſtandes gefallen laſſen, nicht aus Zu⸗ neigung für die Perſon, nicht, wie ſo manche der Hof⸗ damen, aus Eitelkeit und ſogar aus Eigennutz, ſondern weil ſie eben nach Einfluß, und zwar in dem großen, edeln Sinn ihres Freundes Bülow, trachtete. Sie ſchlug den Werth einer ſolchen königlichen Gunſt für ſich ſelbſt an, und vergaß des Preiſes, der darauf geſetzt werden könnte, oder ſie dachte wol auch, etwas erhalten zu kön⸗ nen, ohne etwas dafür zu gewähren. In keinem Fall aber war ſie auf ſo unumwundene Wünſche eines Man⸗ nes gefaßt geweſen, der in ſeinen natürlichen Regungen auch gegen Damen von Stand mehr als naiv ſein konnte.
Jeröme ſprach laut und lebhaft, zog ſich dabei aber nach dem entfernten Fenſter, wo er ſich auf einem Ta⸗ bouret niederließ. Die Gräfin entgegnete aber ſo eigen⸗ thümlich leiſe, als ob es nicht zufällig Lauſchenden, ſon⸗ dern dem Geheimniß der Angelegenheit gelte. Jeröme nahm es denn auch in der Tonart der Vertraulichkeit, und erwiderte gleicherweiſe.
Ich komme, Sie zu verſoͤhnen, meine theure Prin⸗
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