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chen Familien den Canevas der verſchiedenſten Herzens⸗ verhältniſſe ausmachte. Die Gräfin Antonie hatte mehr eine ehrgeizige Unruhe und Richtung. Ihr unbefriedigtes Herz wollte in einem höhern Lebenskreiſe, als eine Lie⸗ besintrigue bietet,— ſchaffen, beglücken, herrſchen. Allerdings ſchlich ſich das Intereſſe, das ſie für Männer faßte, durch deren bedeutende oder liebenswürdige Erſchei⸗ nung bei ihr ein; dafür war ſie empfindſame und phan⸗ taſievolle Frau genug. Dieſe Empfänglichkeit erregte aber mehr die ſtolzen, thätigen Sympathien einer weiblichen Seele, die zu feſt ſchien, ſich in ſentimentalen Träumen zu verzehren, zu hochgeſinnt oder vielleicht auch zu kalt, ſich in ſinnlicher Hingebung zu verlieren. An gemachte, in einflußreicher Stellung wirkende Männer ihrer Theil⸗ nahme ſchloß ſie ſich gern mitwirkend an, wie ſie eben auch in gutem Einverſtändniß mit Bülow ſtand; jungen, aufſtrebenden Männern dagegen ſuchte ſie gern eine Stel⸗ lung zu verſchaffen, und ſie dann gelegentlich ein wenig zu beherrſchen, zur Entſchädigung dafür, daß ſie jenen ältern ſich unterordnen mußte.
So würfelte ſie nun auch mit allerlei Anſchlägen für Hermann, und da dieſe nach Umſtänden mehr oder we⸗ niger günſtig ausfallen konnten, ſo dachte ſie an kleine muſikaliſche Abende, an denen ſie ihn zuweilen bei ſich ſehen und das Weitere beſprechen könnte. Sie überlegte ſogar, ob ſie nicht, wenn der junge Mann erſt eine Stellung in der Geſellſchaft gewonnen hätte, die Konigin auf einen ſo angenehmen Sänger aufmerkſam machen ſollte, da dieſelbe jetzt wieder fleißig Muſik trieb, nach⸗ dem ſie den in Caſſel angekommenen Componiſten Blan⸗


