junge Doctor, der ihn ſchon einmal empört hatte,— der General wußte nicht, gegen wen er zuerſt losbrechen, was er in ſeiner Wuth dem Einen und dem Andern anthun wollte,— wenigſtens beiden Damen; denn ge⸗ gen den„verdammten Sprachmeiſter“ beſchäftigten Ohr⸗ feigen, Fußtritte, Peitſchenhiebe die Phantaſie des brutalen Mannes. Bercagny, ihm ſchräg gegenüber ſitzend, ſah das ganze innere Ungewitter über das Geſicht ſeines Geg⸗ ners ziehen. Die gegen ihn gezuckte Hand des Soldaten
wurmte ihm lange in ſeinem mehr mönchiſchen als ritter⸗
lichen Herzen nach, und er gönnte ſich in dieſer Erinne⸗ rung die Schadenfreude, den neben Morio ſitzenden Staats⸗
rath Malchus auf jede gute Schüſſel anzuſprechen, und
Jeden zu beklagen, der ſolche Delirateſſe nicht mit allem Behagen genießen möͤchte.——
Inzwiſchen kam die Stunde bei der Gräfin herbei. Adele war ſchon früh gekommen, und Hermann verſpä⸗ tete ſich ebenfalls nicht. Es regnete ruhig herab, was die Unterhaltung nur um ſo traulicher ſtimmte. Die Gräfin ſelbſt war heut aufgelegter, jovialer, wahrſchein⸗ lich durch die Einigkeit mit ſich ſelbſt darüber, daß die Stunden fortan abgebrochen ſein ſollten. Adelen zwar, dem leidenſchaftlichen Mädchen, wollte ſie es heut und in Hermann's Beiſein nicht eröffnen, ſondern ſie zur rechten Zeit nach Hauſe fahren laſſen, um ſich dann deſto ruhi⸗ ger mit dem jungen Manne zu beſprechen, für den ſie ſich lebhaft eingenommen fühlte.
Dieſe Vorliebe beſtand keineswegs in jener ſinnlichen Zuneigung und Hingebung, die bei Hof und in ſo man⸗
nir
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