Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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langen, dem er doch in der bezaubernden Nähe der Creo⸗ lin nicht wehren konnte. Wie oft nahm er ſich nicht vor, den Unterricht aufzugeben; kam aber der Abend herbei, ſo war es ihm, als würde er nach der verwünſchten Wohnung gepeitſcht. Er ging alſo noch einmal hin, aber mit dem feſten Vorſatze, ſich ernſt, kalt, ſchulmeiſterlich zu halten. Doch ſobald er vor der Schülerin ſaß, kam es ihm wie eine Unſchicklichkeit, wie ein Mangel an Er⸗ ziehung oder an Mannhaftigkeit vor, daß er unfreundlich, unempfänglich für ſolche Anmuth, für das freundliche Zu⸗ lächeln oder gegen das dargereichte allerliebſte Händchen von ſo unbegreiſlichem und doch ſo gern zu begreifendem Stoff bleiben ſollte. Er fürchtete pedantiſch, albern und lächerlich zu erſcheinen.

Unglücklicherweiſe für dieſen innern Kampf des Freun⸗ des fügte es ſich zum Unwohlſein der Gräfin, daß auch Adele unverhinderter als ſonſt war, ihre Gönnerin zu

beſuchen, ſodaß täglich Lection gehalten und verlängert

werden konnte. Denn General Morio, der, um ſie be⸗ müht, an beſtimmten Tagen zum Beſuche ihres Bruders kam, und ſie dadurch nöthigte, die Stunden in ſeiner Geſellſchaft zuzubringen, war in dieſer Woche von Ge⸗ ſchäften auf Napoleonshöhe in Anſpruch genommen. Die Vorarbeiten zum Reichstage und die Organiſation der Armee lagen theilweiſe zum Vortrag beim Könige reif. Dazu waren Depeſchen von Paris gekommen, mit der Ungeduld des Kaiſers geſtempelt, der die Einzahlung rück⸗ ſtändiger Kriegscontributionen und die Completirung des

weſtfäliſchen Contingents für Spanien nicht erwarten

konnte. Der König hatte es ſich mit den unausweich⸗

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