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Mann wie er, berufen das Leben anzufaſſen, der Zeit zu dienen, auch das Leben und die Zeit an ihren faulen Seiten kennen und anfaſſen müſſe, ſo konnte ſie nur mit lächelnder Befangenheit ſagen:
Gut dann, lieber Mann! Aber du biſt ſonſt ſo artig, deinen Ueberrock zu wechſeln, wenn du aus euerm Ta— backselub zu mir kommſt; ſei dann ſo gut und bring' mir auch nichts von dem Knaſtergeruch der franzöſiſchen Ge⸗ ſellſchaft mit!
Er verſprach es lachend, und ſie reichte ihm Hand und Mund zur Verſöhnung wegen ihres tadelnden Eifers. Im Stillen nahm ſie ſich aber vor, auf Hermann's Ge⸗ müthsbewegungen zu achten, ihr gutes Vertrauen zu ihm feſtzuhalten, und ſo oft er ihr nnverſtändlich würde, ihn offen zu befragen.— Er hat uns und mir beſonders ſo herzliche Hingebung, ſo reine Anerkennung Deſſen, was wir ihm ſeien, bewieſen, dachte ſte, daß es ſehr Unrecht von mir wäre, wenn ich aus falſcher Empfindung von eingebildeter Frauenwürde mich um ſein verſchämtes oder — verirrtes Herz nicht bekümmern wollte.——
Indeß kamen zu der Beruhigung, die ſo gute Vor⸗ ſätze mit ſich zu führen pflegen, noch Einladungen, die das junge Ehepaar von befreundeten Familien für die nächſten Abende erhielt; ſodaß Hermann unbeobachtet den leidenſchaftlichen und den leidigen Empfindungen nachhan⸗ gen konnte, die er noch lebhafter als bisher aus der Wohnung der Gräfin mit ſich fortnahm.
Der junge Freund brachte hinter den dortigen Lectio⸗ nen her manche bittere Stunde innern Widerſpruchs mit ſich ſelber zu. Er misbilligte das leidenſchaftliche Ver⸗
Koenig, Jeröme's Carneval. I. 26


