Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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403 lichen Berathungen wenigſtens bequem gemacht, indem er ſie vor oder nach der Tafel in ſeinem Cabinet abhielt. Der Kriegsminiſter und Herr von Bülow als Finanz⸗ miniſter waren jetzt täglich mit wechſelnden andern Mit⸗ gliedern des Miniſteriums und des Staatsraths zu Abend auf Napoleonshöhe..

Eine ſolche Sitzung war auch auf den heutigen Sonn⸗-

abend beſtimmt; Bülow glaubte aber dem König anzu⸗ ſehen, daß er nach Tiſche nicht lange Stand halten werde, zumal beim Grafen Hardenberg ausgeſuchte Geſellſchaft war. Die Tafelſtunde verzögerte ſich durch einen Vor⸗ trag, den Bercagny im Cabinet hatte. Diesmal kam der Polizeichef vergnügter, wie es ſchien, von der Majeſtät. Seine Miene ſtrahlte, und wie er in ſolcher Stimmung ebenſo leicht etwas boshaft und übermüthig ſein konnte, als er bei Verdruß heftig und grob wurde; ſo ſtieß er jetzt unglücklicherweiſe auf Morio, der von den übrigen

Herren zurückgezogen, träumeriſch oder verſtimmt in einer

entfernten Fenſterniſche ſtand und nach dem regneriſch umzogenen Waldgebirge hinausblickte.

Guten Abend, mein General! ſagte er vertraulich leiſe. Ein ſeliger Träumer, wenn ich nicht irre? Und ſchließe daraus, daß Sie Gluͤckwünſche annehmen?

Wozu? fragte Morio kurz

Ei, wozu brauchte wol ein Mann, wie Sie, noch Glückwünſche, als zu Ihrer Verlobung mit der charman⸗ ten, liebenswürdigen Adele Le Camus? verſetzte Bercagny.

Es iſt noch nicht ſoweit, Chevalier, antwortete Morio, bei dieſer Erinnerung etwas freundlicher.

Wirklich? Ich hätte Alles gewettet, die Sache wäre 26*