Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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ſieben Aſchenbroͤdel keinen Abgang. Das können Sie mir glauben!

Die Mädchen errötheten, eine kleine Stille entſtand, bis Netty, die jüngſte und witzigſte, ausrief:

Kommt, Schweſtern, wir wollen der Mutter zeigen, daß wir doch Abgang finden!

Sie faßte zwei der Schweſtern an den Händen, winkte den andern, und in lachender Kette zogen ſie ſich nach der Thür und hinaus. In der Thür rief das luſtige Mäd⸗ chen noch zurück:

Alle auf einmal, Mutter, anders thun wir's nicht!

Ja, ja, du kleiner Schalk! verſetzte lachend und ge rührt die Mutter; das müßte ein ſehr hungriges Jahr ſein, das ſieben ſo magere Schweſtern auf einmal ver⸗ ſchlänge heißt das an gute Männer brächte. So'was könnte nur Joſeph im Traum ſehen und prophezeien. Doch kommen Sie einmal mit hinüber! Wir ſind eben dran, unſer durch die Hausflur getrenntes hübſches Zim⸗ mer mit unſern beſten Mobelſtücken ſchicklich auszuſtatten.

Sie führte ſie über die Hausflur hinüber, und Lina fragte, ob ſie lieben Beſuch erwarteten.

Ja, unbekannten, Beſuch auf Gerathewohl, lächelte ſie. Ich will's Ihnen nur ſagen, vielleicht richten Sie ſich auch darnach. Herr von Canſtein, unſer Maire der Reſidenz, hat geſtern in der Euterpe, wo die Muſik der Kapelle ſpielte, mit meinem Manne vom bevorſtehenden Reichstage geſprochen. Er meint, man müſſe, wenigſtens das erſte mal, was extra thun, und die Herrn Reichsſtände in Privatwohnungen aufnehmen. Mein guter Mann war einverſtanden, und hat ſich gleich erboten, auch ein Quar⸗