Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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tier zu geben. Wir haben nun überlegt, wie dies Zim⸗ mer mit dem Schlafeabinet angenehm einzurichten ſei für einen ſo angeſehenen Reichsſtand, und haben die beſten Stücke aus den verſchiedenen Zimmern dazu auserleſen; aber nicht wahr, es will nicht recht zuſammenpaſſen?

Man fand Alles recht ſchicklich und geſchmackvoll; Phi⸗ lippine aber, noch nicht zufrieden, führte die Freunde durch alle ihre Zimmer, ob ſie vielleicht noch etwas paſ⸗ ſend für das Landſtandszimmer fänden.

Es iſt nur zur Probe, ſagte ſie, wir nehmen's dann einſtweilen wieder in eigenen Gebrauch, bis der Reichstag angeht. Anfangs Juli, glaub' ich.

Dies gab Veranlaſſung, von den Erwartungen und Feſtlichkeiten jener Zeit zu reden, und Ludwig meinte, die guten Diäten und was ſo manche reichen Deputirten noch darüber ausgeben würden, möchten für Caſſel einen er⸗ wünſchten, befruchtenden Sommerregen abgeben.

Als man ſich endlich empfahl, bedauerte die Räthin, daß ihr Mann doch länger als gehofft ausbleibe, und nicht zur Ehre des Beſuchs gekommen ſei. Er habe frei⸗ lich einen weiten Spaziergang vorgehabt, um ſeiner Ver⸗ ſtimmung los zu werden.

Doch nicht unwohl? fragte Lina.

Das nicht, war die Antwort; aber denken Sie, wie's doch bei uns zugeht! Bei der jüngſten Beſetzung der Ober⸗- und Untergerichte hat man ſich über ſo manche Beförderung und Anſtellung erſtaunt. Nun ja, ganz angenehme Geſellſchafter, aber gar ſchwache Juriſten, oder,

wie der Dichter ſagt gute Leute, aber ſchlechte Muſi⸗ kanten. Nun hört man denn auch, wie's damit gegan⸗